Sechs Wochen arbeiten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse in einem selbst gewählten Betrieb mit. Beginnend mit einem ordentlichen Bewerbungsverfahren erleben die Jugendlichen die vielfältigen Anforderungen und Facetten des Arbeitsalltags.
Das Betriebspraktikum findet in der ersten Hälfte der 10. Klasse statt. Die sechswöchige Dauer ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, in Handwerks- und Industriebetrieben, bei Dienstleistern oder im Handel ein gutes Stück Arbeitswirklichkeit intensiv kennenzulernen. In der Vorbereitungsphase sucht sich jede Schülerin und jeder Schüler den Betrieb selbst und durchläuft ein ordentliches Bewerbungsverfahren mit Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Bewerbungsgespräch.
Während des Praktikums führen die Schülerinnen und Schüler ein Berichtsheft, in dem sie ihre Tätigkeiten und Erfahrungen in der Arbeitswelt dokumentieren. Zum Abschluss erhalten sie von ihrem Betrieb ein Zeugnis. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen hierbei gründliche Praxiserfahrungen: Qualifikationen wie Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Initiative werden geschult und eingefordert. Je deutlicher die Betriebe dies tun, umso vorbereiteter beginnen die Jugendlichen ihr späteres Berufsleben.
Durch die lange Praktikumsdauer entsteht zudem ein Überblick über verschiedene Arbeitsbereiche und deren Zusammenhänge sowie die Souveränität, bestimmte Aufgaben selbstständig und verantwortungsvoll ausführen zu können. Dies fördert das notwendige Selbstbewusstsein.
Ein weiteres Ziel ist es, der in diesem Lebensalter häufig zu beobachtenden Schulmüdigkeit entgegenzuwirken. Die Jugendlichen werden im wirklichen Leben, insbesondere in Ernstsituationen, ganz persönlich gefordert. Dadurch entdecken sie neue Kräfte und Energien in sich, und der Blick richtet sich weg vom eigenen Ich hin zur Welt.